Sonntag, 1. Mai 2016

Schuld sind natürlich die Hausfrauen! Wie aus Guatemalas Kaffee der nachhaltig gehandelte Lampocoy wurde


Der Kaffee Guatemalas hat in Deutschland eine besondere Bedeutung. Er weckt nicht nur die Lebensgeister am Morgen, sondern erhitzte auch die Gemüter im Wirtschaftsministerium der 50er und 60er Jahre und sorgte für einen Aufstand der deutschen Hausfrauen. Ein deutscher Filmemacher verlor sein Herz an ihn und versorgt uns nun mit dem Vorzeigemodell eines fair gehandelten Kaffees. Ja, mit Sicherheit ist die Beziehung zum guatemaltekischen Kaffee eine ganz Besondere.



Wie Hausfrauen Politiker zum Verzweifeln bringen

Die deutschen Auswanderer des 19. Jahrhunderts fanden in Mittelamerika und im Kaffeeanbau Guatemalas eine neue Heimat. Gut ein Drittel des Exports von Kaffee kam von deutschen Kaffeeplantagen. Technisch gut ausgerüstet mit ebenso gut geschulten Personal wurde Kaffee höchster Qualität produziert, der in Deutschland reisenden Absatz fand. In den 1930er Jahren kommt ein Fünftel des Kaffees in Deutschland aus Guatemala. Mit dem Krieg wechseln die Besitzer der Plantagen. Zum Kriegsende forderten die ehemaligen Besitzer ihre Anbaugebiete wieder zurück – erfolglos. Ein langwieriger Konflikt entstand, an dessen Ende ein deutsches Embargo für Kaffee aus Guatemala stand. Genützt hat es nichts; nur Ärger brachte es unter anderem mit deutschen Verbrauchern. Diesen gab das Bundeswirtschaftsministerium eine Mitschuld am Versagen des Embargos. Wörtlich heißt es „... schuld sind natürlich die Hausfrauen, die diese feinen Kaffees immer wieder fordern...“.

Lampocoy – Vorzeigemodell eines nachhaltig gehandelten Kaffees

Trotz der herausragenden Stellung Guatemalas als Kaffeeproduzent gibt es auch Probleme. Die größte Volkswirtschaft Mittelamerikas ist gleichzeitig die ärmste. Weit mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut. Der deutsche Journalist und Filmemacher Dethlev Cordts verlor hier sein Herz nicht nur an den Kaffee und hat ein einzigartiges Projekt im kleinen Örtchen Lampocoy ins Leben gerufen. Auf mehr als 1000m Höhe, im Einfluss von Passatwind und einem günstigen Mikroklima, wird hier seit mehr als 100 Jahren feinster Spitzenkaffee angebaut. Dethlev Cordts vertreibt den Kaffee direkt an Röster, ohne Zwischenhändler und Spekulanten. Er erzielt einen bis zu 40% höheren Verkaufspreis, womit die Bauern gerechter entlohnt werden und von ihren Erträgen leben können. Dem Projekt von Dethlev Cordts und seiner Frau haben sich bereits viele Bauern der Kooperative angeschlossen.

Guatemala Lampocoy gibt’s auch bei uns

Gesundheitsposten Lampocoy
„Jeder Kaffeetrinker kann seinen Teil dazu beitragen, den Menschen in Guatemala zu einem Stückchen mehr Würde, Bildung und Wohlstand zu verhelfen.“

…sagt Dethlev Cordts und trifft damit genau in unsere Kaffee-Herzen. So können wir Euch heute endlich diesen einzigartigen, umweltfreundlichen, sozialverträglich und direkt gehandelten Kaffee anbieten. Seinen rassigen Geschmack beschreiben wir als schokoladig, mit einem Hauch von Karamell und einer angenehmen Säure im Nachgang. Ihr solltet ihn aber am besten selbst probieren. Bestellen könnt Ihr ihn gleich in unserem Online-Shop oder besucht uns direkt im café-contor in der Chemnitzer Innenstadt. Wir freuen uns auf Euch.

Euer café-contor Team


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